Dienstag, 30. Oktober 2012

Talisker Blues

„Talisker Blues“ wurde im April 2012 veröffentlicht und ist ein Krimi der Autorin Mara Laue. Diese wurde 1958 in Braunschweig geboren und lebt heute als freie Schriftstellerin am Niederrhein. Seit ihrer Kindheit verbringt sie ihre Sommer mit Vorliebe an der Nordseeküste. Ihre Hauptgenres sind Krimis, Science-Fiction-, Fantasy- und Gruselromane. Mara Laue ist außerdem Mitglied bei den „Mörderischen Schwestern“, der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautorinnen. Der 18-jährige Talisker, einer ihrer Lieblingswhiskeys, gab ihr die Inspiration. Das hier beschriebene Taschenbuch ist ein Schottlandkrimi, den mir der Goldfinch Verlag über Blogg Dein Buch zur Rezension geschickt hat.

Zum Inhalt:
Die Story beginnt spannend mit einem abgedruckten Zeitungsausschnitt aus dem Jahre 1991 und der Schlagzeile „Schockierender Mord auf Skye“. Der Crime Reporter berichtet über den Mord an der 17-jährigen Allison. Diese wurde mit Messerstichen am Strand von Broadford gefunden. Auf ihr liegend befand sich der mutmaßliche 18-jährige Täter mit einem blutigen Messer in der Hand und einer Flasche Talisker. Der Täter war so betrunken, dass er nicht vernehmungsfähig war.

Kierian MacKinnon erlebt den schlimmsten Albtraum seines Lebens. Er erwacht gefesselt in der Broadford-Klinik. Er kann sich an nichts mehr erinnern, hat eine Beule am Kopf und eine leichte Gehirnerschütterung. Die Polizei wirft ihm Mord vor. Das vielversprechende Leben, das er noch vor sich hat, zerblast in dem Moment wie eine Seifenblase.

Nach 20 Jahren Gefängnis kehrt Kierian zurück in seine Heimat auf die Insel Skye und will sich seiner Vergangenheit stellen. Das fällt ihm nicht leicht, denn das Gefängnis hat tiefe Spuren bei ihm hinterlassen. Und auch das alte Zuhause hat sich in vielerlei Hinsicht geändert. Als er bei seiner Familie auftaucht, wird er vom Vater als Mörder beschimpft und aus dem Haus gewiesen. Für seine Mutter ist das alles zuviel. Lediglich sein Bruder versucht, ihm zu helfen und ihm einen Job zu vermitteln.

Aber die Gespenster der Vergangenheit holen ihn immer wieder ein und machen es Kierian fast unmöglich, in ein halbwegs normales Leben zurück zu kehren. Dann geschieht ein weiterer Mord. Erneut wird eine Frauenleiche gefunden. Neben ihr eine Talisker-Flasche mit den Fingerabdrücken von Kierian drauf. Der perfide Plan des Mörders scheint zu funktionieren, denn er hat sein Vorgehen minutiös geplant. Wer also hasst den armen Kierian so sehr, dass er ihn vernichten will?

Fazit:
Der Krimi „Talisker Blues“ ist in einem angenehmen Schreibstil verfasst. Er ist einfach und mit kurzen Sätzen geschrieben. Der Lesefluss wird nicht durch unaussprechbare Personen- oder Städtenamen behindert. Der Leser erfährt viel über Schottland, erhält Landschaftsbeschrei-
bungen und lernt Schotten mit Familiensinn und Traditionen kennen. Kurze gälische Unterhaltungen werden durch das anhängende Glossar verständlich.

Die Autorin arbeitet mit Wechseln zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dadurch nähert sich der Leser der ganzen Geschichte an. Um die Spannungsmomente aufrecht zu erhalten, werden zwischendurch fesselnde Passagen aus der Sicht des tatsächlichen Mörders abgedruckt. Der Leser spürt, wie sich dieser dem Protagonisten erneut nähert und sein Netz ein zweites Mal um ihn spinnt.

Die Stimmung im Buch wird unterstrichen durch eine Portion Schwermütigkeit, den Nebel, das Wasser und das düstere Wetter. Ähnlich wie der schottische Whiskey Talisker: Rauchig, torfig, pikant und mit maritimen Tönen von Seegras. Dazu passt der Hauch von Romantik und Herzklopfen.

Der Krimi ist spannend und ob in Bus, Bahn oder zu Hause, ich musste einfach weiterlesen. Im letzten Viertel der Geschichte dachte ich zu wissen, wer der wirkliche Mörder ist. Aber zum Ende kommt doch alles anders. Ein Krimi, den ich unbedingt weiterempfehlen kann. Ranking

Titel: Talisker Blues
Autorin: Mara Laue
Einband: Taschenbuch
Seiten: 356 Seiten
Verlag: Goldfinch Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-940258-16-8

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