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Hallo liebe Bergedorfer,
unser Bezirk soll die Hamburger Senatsvorgabe von jährlich 800 bis 1000 neu geschaffenen Wohnungen erfüllen. Zur Zielerreichung ist das Projekt namens Stuhlrohrquartier in Planung.

Aber nicht nur der aktuell existierende Entwurf erschreckt die Bürger, sondern auch die Spekulationen rund um das Projekt selbst.

Steht im Bezirk Bergedorf ein heftiger politischer Skandal vor der Tür? …


Fakten zum Projekt Stuhlrohrquartier!

Das Wohnungsbauunternehmen BUWOG aus Österreich plant auf einer Fläche von ca. 5,1 ha ein neues Wohngebiet in hochverdichteter Bauweise, genannt Stuhlrohrquartier.

Das Gebiet wird im Osten begrenzt durch den Schleusengraben, im Westen liegt es direkt am Weidenbaumsweg, im Norden an der Stuhlrohrstraße und endet mit seiner Südgrenze an die Eisenbahn-Güterverkehrsstrecke nach Geesthacht mit dem dahinter liegenden Sander Damm.

Auf dieser Fläche sollten ursprünglich 800 Wohneinheiten (WE) entstehen. Im Frühjahr 2017 lautete die Planzahl aber inzwischen 1.000 WE und im Juni 2017 1.100 WE. Dem gegenüber nennt das Unternehmen BUWOG jetzt 1.279 geplante Einheiten in seinem 1. Quartalsbericht 2017.

Die Gebäudehöhen werden momentan wie folgt beziffert:
– vier 7-8geschossige Großeinheiten in Blockrandbebauung (Gebäudehöhe ca. 28 M)
– drei 12geschossige Wohntürme, mittig platziert (Gebäudehöhe von jeweils ca. 42 M)
– ein 20-24geschossiges Hochhaus (Gebäudehöhe ca. 70 bis 84 M)
– zum Vergleich: das CCB-Hochhaus hat eine Gesamthöhe von ca. 48 M

(Quelle: Grundeigentümerverein im Bezirk Bergedorf e.V.)

Bedenken gegen neue „Bergedorf-Bronx“!

Dem WSB bereitet das Projekt Stuhlrohrquartier erhebliches Kopfzerbrechen. In einem Positionspapier, das als PDF-Datei heruntergeladen werden kann, werden diverse Bedenken zusammenfassend geäußert.

„Grundsätzlich ist es wohl richtig, an einem zentrumsnahen Standort eine urbane und verhältnismäßig dichte Bebauung anzustreben. Die bisher vorliegenden Entwurfsplanungen gehen in den skizzierten Dimensionen jedoch (in Bezug auf Höhe und Dichte) über das für Bergedorf ortsübliche Maß weit hinaus. Das angedachte Hochhaus würde das CCB-Hochhaus nochmals um 22 bis 36 Meter überragen. Dies erfordert einen intensiven, ergebnisoffenen Planungsprozess, den es bislang nicht gegeben hat“, so der WSB Bergedorf.

Aber nicht nur der WSB äußert Vorbehalte gegen die Realisierung des geplanten Projekts, sondern auch der Grundeigentümerverein Bergedorf e.V., die CDU Bezirksfraktion und letztendlich viele Bergedorfer Bürgerinnen und Bürger, die sich in der Facebook-Gruppe Bergedorf stellt alles in den Schatten zusammengeschlossen haben.

Politischer Skandal in Bergedorf?

Hintergrund und Ausgangspunkt zu dieser Annahme seitens der CDU Bezirksfraktion ist die widerrechtliche Ablehnung eines Vorbescheids für ein Treibhaus zur Fisch- und Garnelenfarm auf einem Grundstück am Vorderdeich im Jahr 2010. Hieraus sind Schadensersatzansprüche des damaligen Grundstückeigentümers entstanden.

Angeblich soll das Bezirksamt diese Schadensersatzansprüche in einen Deal bzgl. des geplanten Stuhlrohrquartiers eingebunden haben. Denn beide Grundstücke gehörten derselben Person. So soll angeblich die größtmögliche Ausnutzung der Fläche des Stuhlrohrquartiers dem Eigentümer beim Verkauf an einen Investor einen so großen Gewinn ermöglichen, dass er seinen damaligen Schaden für die abgelehnte Fisch- und Garnelenfarm „verschmerzen“ würde.

Um nicht unbestätigten Gerüchten hinterher zu laufen, hat der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Dennis Gladiator MdHB eine kleine Anfrage an den Senat gestellt. Diese wurde bis heute nicht ausreichend beantwortet (Drs.21/9914, Anfrage der CDU).

„Sollte es hier keine Vereinbarung oder Absprache geben, so hätte der Senat einfach bei der Frage 6 mit dem Wort „nein“ antworten können. Dass der Senat dies nicht getan hat, wirft Raum für Spekulationen auf und bestätigt die Gerüchte mehr, als diese auszuräumen“, meint der Bergedorfer CDU-Fraktionsvorsitzende, Sven Noetzel.

„Bis diese Sache aufgeklärt ist, muss das Projekt „Stuhlrohrquartier“ ausgesetzt werden. Stadtentwicklung darf nicht käuflich sein, bzw. niemals unter diesen Verdacht geraten. Das Verhalten des Senates befördert geradezu die Spekulationen rund um das Stuhlrohrquartier. Der Senat ist aufgefordert, endlich Klarheit zu schaffen. Dies ist man den Bergedorferinnen und Bergedorfern, aber auch dem Investor BUWOG schuldig. Bevor wir nicht erfahren, ob und welchen Deal die Sozialdemokraten bzgl. des Stuhlrohrquartiers gemacht haben, muss die Planung gestoppt werden!“, so Sven Noetzel weiter.

(Quelle: Stuhlrohrquartier vor dem Aus?, 03.08.2017, erstellt von Kai-Uwe Inselmann)

Wichtige Fragerunde!

Um zahlreiche Fragen an die Bezirksvertreter Bergedorfs zu richten, sind daher alle Bergedorfer Bürger aufgerufen, sich am 10.10.2017 um 18.00 Uhr im Lichtwarkhaus an der öffentlichen Plandiskussion zu beteiligen. Eure HEIDI VOM LANDE

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