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Eine Liebeserklärung an die Hansestadt, kritisch und gefühlvoll. Ein Karussell der Emotionen.



Hallo liebe Hamburger,
der Politologe und Jurist Kai Lüdders wurde 1977 in unserer wunderschönen Hansestadt geboren und wuchs dort mit seinen beiden älteren Brüdern auf. In seinem zweiten, gerade veröffentlichten Roman „Hamburg Schulterblatt“ nimmt er deswegen seine Leser mit auf eine dreitägige Odyssee durch das Hamburg der frühen 2000er.

Was bleibt dir, bei noch 67 Stunden in Freiheit? Party, Schlägerei, Gefängnis, Anschlag, Stripclub, Tränen, Freude, Trauer, Aussichtslosigkeit und am Ende? Dreckige Spelunken, die Vergnügungshäuser auf dem Kiez und die Anzugträger in ihren Wohlstandsvierteln – das ist die Welt von John, Nils, Max und Tarek. Mehr über eine „echte“ Hamburger Männerfreundschaft und den Autor mit mir im Interview erfahrt ihr hier …

HEIDI VOM LANDE, Blog, Bloggerin, Hamburg



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Im druckfrischen Roman „Hamburg Schulterblatt“ werden gesellschaftliche Tabus beim Namen genannt. Ein sehr persönliches Buch von Kai Lüdders.

Lüdders Roman über Freundschaft und Zusammenhalt.

Mit seinem Debütroman „Mutwille“ hat der Schriftsteller bereits die Messlatte für packende Gesellschaftsromane sehr hoch gelegt. In seinem neuen Werk geht es gleich weiter, denn der Autor Kai Lüdders liebt es, Geschichten des Lebens zu erzählen mit einer großen Priese Phantasie und viel Tempo.

Für seinen Protagonisten John brechen die letzten 67 Stunden als freier Mann an, da er wegen Steuerbetrugs ins Gefängnis muss. Er fühlt sich als Arsch, als Versager, hat sein Talent vergeudet, seine Eltern enttäuscht, seine Freundin ausgesaugt und seine Geschäftspartner betrogen. Die Hölle auf Erden war gekommen und John verglühte mittendrin.

Die Handlung von „Hamburg Schulterblatt“ spielt an realen Schauplätzen der Hansestadt: Es geht von Wellingsbüttel nach Altona, an den Elbstrand, auf die Reeperbahn und immer wieder zurück zum Schulterblatt, der legendären Straße im Herzen des Schanzenviertels, wo auf der Piazza vor der Roten Flora das Lieblingsrestaurant der Protagonisten liegt.


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Lebt in Kleinmachnow, am Rande von Berlin, ist verheiratet und hat zwei Kinder – Autor Kai Lüdders, geboren und aufgewachsen in Hamburg (Foto: privat).

Kai Lüdders im Interview mit HEIDI VOM LANDE:

1. Im November 2017 hast du deinen Debüt-Roman „Mutwille“ veröffentlicht. Wie ist es bei dir zum Schreiben gekommen?
Kai: „Obwohl ich selbst eigentlich nie eine „Leseratte“ war und vor allem mehr Sachbücher über Politik, Philosophie und Religion gelesen hatte, kam es zu einem Zeitpunkt in meinem Leben, in dem meine Gedanken im Kopf förmlich übergeschwappt sind. Daher brauchte ich dringend ein Ventil. Ein Ratgeber hat mich dann einmal gefragt, ob ich nicht schreiben wolle. Und dann war das Ventil sozusagen geöffnet. Ich setzte mich ran, habe in einem Studium noch meine Talente und Techniken verfeinert und dann ging es los zur Konzeption von „Mutwille“. Das hat mir alles so einen Spaß gemacht, dass für mich klar war, dass ich das dauerhaft mache.“

2. Du hast mehrere Jahre als Rechtsanwalt in Hamburg gearbeitet und danach in der Politik in Berlin. Übst du noch weiterhin einen dieser Berufe aus?
Kai: „Nein, sowohl der eine als auch der andere Job hat mir dauerhaft keinen Spaß gemacht und mich auch nicht ausgefüllt. Daher bin ich seit einiger Zeit mit Leib und Seele Schriftsteller.“

3. Liefern dir Momente aus deinem Leben die Geschichten für deine Bücher und wieviel % Wahrheitsgehalt ist in ihnen enthalten?
Kai: „Ich denke, fast jede gute authentische Geschichte in einem Buch hat eine reale Inspiration. Bei mir ist es auf jeden Fall so. Ohne das reale Gefühl dahinter, würde es mir schwerfallen, eine Geschichte von Anfang bis Ende zu erfinden. Ich brauche immer den realen menschlichen Hintergrund, alles, was einen Menschen ausmacht: Freude und Leid, Fehler, Zerrissenheit und Orientierungslosigkeit und zuletzt Hoffnung. Am Ende haben die Geschichten in meinen Büchern dann eigentlich relativ wenig an Wahrheitsgehalt. Ich überzeichne gerne und auch manchmal provokativ und finde es dann auch sehr spannend, wie einige Leser darauf reagieren und sich dann auch sowohl im positiven als auch im negativen Sinne an Details „abarbeiten“.“

4. Sind die Schauplätze Wellingsbüttel, Altona, Elbstrand, Reeperbahn, Schulterblatt und Rote Flora frei erfunden oder verbindet dich persönlich etwas mit den Orten?
Kai: „Alle Schauplätze haben einen Teil in meinem Herzen. Zu allen Schauplätzen habe ich ein besonderes Gefühl und eine besondere persönliche Geschichte. Ich bin im Alstertal in Sasel groß geworden, in der Schanze habe ich eine Zeit lang gewohnt und auch war ich immer wieder abends dort unterwegs. Die Reeperbahn war damals ja noch nicht ganz so die Partymeile wie heute, doch schon damals waren wir natürlich selbst sehr häufig auf dem Kiez feiern und die Elbe liebe ich über alles.“

5. Kommt dein Hauptprotagonist am Ende gut aus dem Steuerbetrug heraus?
Kai: „Ich habe das Thema Steuerbetrug in meinem Buch „Schulterblatt“ gewählt, weil ich ganz bewusst die Gier oder falsche Sehnsucht und dann den Fall und den Abgrund beschreiben wollte. John muss sehr leiden, spürt aber am Ende, dass es eine große Lebenschance war, um zu reifen und um den wahren „Ausweg“ zu finden.“

6. Du hast in 2017 und 2018 jeweils einen Roman veröffentlicht. Wie sind deine Pläne für 2019?
Kai: „Durch „Hamburg Schulterblatt“ habe ich von Beginn an gemerkt, dass bei den Lesern ein wahnsinniger Hunger auf regionale Romane vorherrscht. Die Menschen wollen in diesen Zeiten offenbar gewisse „Heimat-Romane“ lesen und ich liebe Stadtromane und unsere wunderschöne Hansestadt. Daher ist mir irgendwann schlagartig eine neue Idee gekommen, an deren Realisierung ich bereits mit Hochdruck dran bin: zwischen Mai 2019 und Mitte 2020 wird eine Hamburg-Trilogie namens „Hammonia“ erscheinen, in der es um ein hanseatisches Familiendrama einer Hamburger Kaufmannsfamilie geht. Die Bücher spielen zwischen 1991 und 2010 und im ersten Buch wird auch parallel die Geschichte der Familie seit der großen Bombardierung Hamburgs 1943 erzählt. Bruderstreitigkeiten, Hamburger Schauplätze und Hanseatentum geballt in drei Büchern. Alles wieder mit realer Inspiration, Spannung und Tempo. Und hoffentlich wieder mit viel Gefühl.“

7. Wie kam es zu der Verbindung mit Kostja Ullmann und Marek Ehrhardt?
Kai:„Marek Ehrhardt ging auf dasselbe Gymnasium wie ich im Alstertal, daher haben wir darüber schon eine Verbindung, ohne dass wir uns jetzt gut kennen würden. Durch gemeinsame Bekannte ist der Kontakt zu Marek und auch zu Kostja gekommen. Ich bin den beiden sehr dankbar, dass sie Zeit gefunden hatten, das Buch zu lesen und ich war sehr froh, dass sie es offenbar nicht so schlecht fanden und auch für ein Statement und für weitere Unterstützung bereit standen.“

Hamburg Schulterblatt
Kai Lüdders
2018, Originalausgabe.
Taschenbuch, 286 Seiten.
Velum Verlag
ISBN: 978-3947424023
Erschienen am 2. November 2018

Der Roman „Hamburg Schulterblatt“ von Kai Lüdders ist ein absolutes Muss für Hamburg-Kenner und Großstadt-Liebhaber! Mich hat der Autor bereits auf den ersten Seiten gepackt und ich freue mich auf sein nächstes Werk, die Hamburg-Triologie.

EURE HEIDI VOM LANDE

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