
Warnstreik bei NKG Kala: Beschäftigte kämpfen für Haustarifvertrag.
Foto: Privat
Hallo liebe Leser,
seit Monaten verhandelt der Landesbezirk ver.di Hamburg mit dem Arbeitgeber NKG Kala. Dabei wurden immer wieder neue Hürden aufgebaut, um die Verhandlungen über einen Haustarifvertrag zu verzögern.
Die Belegschaft hat keine Lust mehr auf diese Hinhaltetaktik und hat heute durch ihren Streik an den Standorten Hamburg und Berlin eine unmissverständliche Botschaft an den Rohkaffeespezialisten gesendet. Mehr dazu erfahrt ihr nachfolgend …
Kaffee ist Tradition, Gegenwart und Zukunft.
Die NKG Kala Hamburg GmbH ist ein Dienstleistungsunternehmen im globalen Rohkaffeegeschäft und hat den Sitz am Hohe-Schaar-Kamp 3.
Die Beschäftigten übernehmen unter anderem Aufgaben in der Lagerung und Verarbeitung sowie bei der Lieferung von Rohkaffee.
Bis 2007 waren die Beschäftigten durch den Tarifvertrag mit dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) geschützt.
Seitdem fehlt ein Tarifvertrag, der ihre Arbeitsbedingungen verbindlich regelt.
Geschäftsführung verhindert Tarifvertrag.
Die Geschäftsführung verweigert seit Mitte 2025, ein erstes Angebot vorzulegen, baut immer wieder neue Hürden auf und bringt banale Gründe vor, um die Verhandlungen zu verzögern.
Der Entwurf eines Tarifvertrags von ver.di Hamburg wurde als nicht hinnehmbar bezeichnet und die Forderungen als nicht diskutierbar abgetan.
Im nächsten Schritt wollte der Arbeitgeber erst wieder in 2027 verhandeln.
Noch andere strategische Hinhaltemanöver sollen scheinbar den Abschluss des Tarifvertrags verzögern, Druck aus den Gewerkschaftsforderungen nehmen oder Reallohnsteigerungen über „Nullmonate“ drücken.

Sie stehen zusammen, sie meinen es ernst und sie erwarten, dass ihre Forderungen endlich beachtet werden (Foto: Privat).
Warnstreik seit den Morgenstunden.
Im Kampf für einen Haustarifvertrag hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten der NKG Kala Hamburg GmbH an den Standorten Hamburg und Berlin zum Warnstreik aufgerufen.
Der Ausstand begann heute Morgen mit der Frühschicht und dauert bis zum Ende der Nachtschicht am 14. Oktober 2026.
Mit dem Warnstreik erhöhen die Beschäftigten den Druck auf die Arbeitgeberseite, wieder in ernsthafte Verhandlungen zu treten und ein konkretes Angebot als Grundlage für den Abschluss eines Haustarifvertrags vorzulegen.
Tobias Trester ist gelernter Seegüterkontrolleur und Mitglied in der ver.di-Tarifkommission: „Wir brauchen verbindliche tarifliche Regelungen, die für alle Beschäftigten Sicherheit schaffen. Nach vier Verhandlungsrunden noch immer ohne Tarifvertrag dazustehen, ist für uns nicht akzeptabel. Wir fordern den Arbeitgeber auf, jetzt ein Angebot für einen Haustarifvertrag zu machen, das einen Abschluss ermöglicht.“
Der Streik betrifft auch Kunden und Lieferanten: Aufträge verzögern sich, Anfragen werden später beantwortet und die Teams sind nur eingeschränkt erreichbar.
Angesichts der andauernden Blockadehaltung der Geschäftsführung ist der Warnstreik jedoch das einzige Mittel, der Forderung der Belegschaft Nachdruck zu verleihen.
Marlin Berries, ver.di-Gewerkschaftssekretär: „Der Arbeitgeber muss erkennen, dass er es mit einer starken Belegschaft zu tun hat, die hinter ihren Forderungen steht. Er muss jetzt an den Verhandlungstisch zurückkehren, und zwar nicht mit leeren Händen. Wir sind bereit, über Lösungen zu verhandeln – aber dafür braucht es zwei Seiten.“
Beschäftigte kämpfen für Haustarifvertrag.
Die Beschäftigten fordern einen Haustarifvertrag mit einer regulären Wochenarbeitszeit von 37,5 Stunden sowie 30 Arbeitszeitverkürzungstagen (AZV-Tage) im Jahr.
Weitere Forderungen sind eine tarifliche Eingruppierungs- und Entgeltstruktur, mindestens 13,5 Gehälter pro Jahr, Urlaubsgeld, Zuschläge für unter anderem Wochenend-, Früh- und Spätschichten sowie Feiertagsarbeit und Schmutzgeld.
Außerdem soll Mehrarbeit durch Freizeit ausgeglichen werden.
Ein Bestandsschutz für alle Beschäftigten soll sicherstellen, dass niemand durch den Abschluss des Tarifvertrags schlechter gestellt wird.
EURE HEIDI VOM LANDE
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