Über 20 Jahre lang waren Ina Damaske und Regina Kahl in Bergedorf ein eingespieltes Friseurteam.

 
Hallo liebe Leser,
immer mehr Schließungen und die Liste der Geschäftsleerstände in Hamburg-Bergedorf wird zunehmend länger. Sind aus der Einkaufsstraße im Sachsentor bereits große Läden wie CUBUS, ESPRIT, KARSTADT oder CLAIRE’S raus, folgen nun auch alteingesessene Bergedorfer Traditionsläden in der Umgebung.

Die HEIDI VOM LANDE-Redaktion hat das traurige Ausräumen des Friseurgeschäftes „Das starke Doppel“ in der Holtenklinker Str. 13 begleitet und sich mit den beiden Inhaberinnen unterhalten. Bei welchen Läden demnächst noch die Lichter ausgehen, das erfahrt ihr nachfolgend …  

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17 Jahre lang an diesem Standort – da gab es heute viel auszuräumen und einiges zu verschenken.
 

Das starke Doppel – Die Kopfinformbringer.

Regina Kahl aus Bergedorf-Süd und Ina Damaske aus Kirchwerder (beide 56 Jahre alt) stehen jetzt wegen Corona vor dem Aus. Mit 15 Jahren sind beide in die Lehre gegangen und haben seitdem nichts anderes gemacht, als das echte Friseurhandwerk!

„Wir haben unseren Beruf geliebt und gelebt, egal ob Dauerwelle, flippiges Haare färben, Façon-Haarschnitt, bei Alt und Jung. Für jeden Kunden oder jede Kundin haben wir die passende Frisur gefunden,“ so Ina Damaske.


Seit Mitte Dezember 2020 ist der Laden an der B5 wieder geschlossen. Insgesamt wurde er zweimal vom Corona-Lockdown und einmal von der Quarantäne ausgebremst. Denn Ina Damaske hatte sich bei einer Kundin im November mit Corona angesteckt.

„Unsere finanziellen Rücklagen sind jetzt verbraucht und nun muss der Verstand über das Herz und unsere Leidenschaft siegen,“ so Regina Kahl traurig. „Corona hat uns krank gemacht, zu wenig Unterstützung vom Staat, zu viele Schwarzarbeiter im Lockdown, die Auflagen „nur 1 Kunde und 1 Friseurin im Laden“ sind finanziell eindeutig zu wenig und dann kein Weihnachts- und wahrscheinlich auch kein Ostergeschäft.“


Das hat die beiden dazu bewogen, schweren Herzens den Mietvertrag zu kündigen und ihr Friseurhandwerk zum 31. Januar 2021 einzustellen. Ab Montag werden alle Kunden angerufen und sich von ihnen verabschiedet.

Eine Perspektive gibt es im Moment nur für Regina, die mit ihrem E-Bike durch Bergedorf-Süd als radelnde Friseurin Termine mit ihren Kunden machen wird, wenn es Corona denn wieder erlaubt.

Bei Ina Damaske sieht es nicht so rosig aus. Ein viertel Jahr nach der Infektion hat sie als COVID-Patientin noch unter den Folgen der Krankheit zu leiden: Muskelschmerzen, Müdigkeit, keine Konzentration, kein Geruchssinn und psychische Probleme. Wirklich gesund und belastbar ist sie daher noch nicht.
 
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Nilgün Marin fährt seit 16 Jahren von Lüneburg nach Bergedorf in ihre Änderungs-Schneiderei in der Holtenklinker Str. 20.
 

Die Änderungs-Schneiderei Marim.

Viele Kunden sind mit der Schneiderin Nilgün Marim auf Du und Du, denn nach so langer Zeit kennt man sich eben im Viertel in Bergedorf-Süd. Hier mal ein neu gekauftes Kleid kürzen, einen speziellen Reißverschluss in eine Jacke oder Hose einsetzen oder Lederwaren reparieren – Arbeit gab es genügend vor Corona.

„Das ist jetzt anders, denn wenn der Einzelhandel geschlossen hat, dann haben auch die Schneidereien nichts zu tun“, berichtet Nilgün Marim. „Ich muss die Reißleine ziehen und bin heute zuletzt hier im Geschäft. Nicht einmal Miete und Fahrtkosten für Januar sind gedeckt.“


Die langjährige Schneiderin hofft, wenigstens ihr Inventar von Strobel, Pfaff oder die Ledernähmaschine noch verkaufen zu können. Interessenten sollten sich deshalb schnellstens unter nilgunmarim28@gmail.com bei ihr melden.

Wie es bei ihr weitergeht, weiß sie noch nicht. Die Geschäftsaufgabe ist noch zu frisch, das muss man nach so vielen Jahren erst einmal sacken lassen.
 
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Der Second-Hand-Laden „Kinderhütte Altes & Neues“ in der Holtenklinker Str. 12 wird laut Canan Akkaya Ende März geschlossen.
 
 
Fakt ist: Für diese Bergedorfer Traditionsgeschäfte kommen die versprochenen Nachbesserungen bei den Coronahilfen der Bundesregierung eindeutig zu spät. Sie haben die Corona-Pandemie nicht überlebt und wir im Viertel werden sie auf alle Fälle sehr vermissen.
 
EURE HEIDI VOM LANDE
 


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