
Projekt YARDIM startet in Bergedorf.
Beispielfoto: Pixabay
Hallo liebe Leser,
das Bezirksamt Bergedorf und Sprungbrett e.V. haben mit YARDIM ein Modellprojekt in ausgewählten Quartieren in Lohbrügge und Bergedorf-West auf den Weg gebracht, das älteren Menschen mit Migrationsgeschichte in Bergedorf gezielte, kultursensible Unterstützung beim Zugang zu Gesundheits-, Pflege- und Sozialleistungen bietet.
Das durch den „Stadtentwicklungsfonds Lebendige Quartiere“ unterstützte Projekt setzt auf interkulturelle Lotsinnen und Lotsen aus den Communities, um Barrieren abzubauen und die gesellschaftliche Teilhabe im Quartier nachhaltig zu stärken. Mehr hier …
Projekt YARDIM für ältere Menschen.
Ältere Menschen mit Migrationsgeschichte stoßen beim Zugang zu Gesundheits-, Pflege- und Sozialleistungen häufig auf erhebliche Hürden.
Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede und mangelnde Kenntnisse der deutschen Versorgungssysteme erschweren ihnen ein selbstbestimmtes Leben im vertrauten Quartier.
Um diese Versorgungslücke zu schließen, wird seit März 2026 das Modellprojekt YARDIM – Interkulturelle Gesundheits- und Integrationslotsinnen und -lotsen für ältere Menschen mit Migrationsgeschichte – umgesetzt.
Ziel ist es, durch kultursensible und mehrsprachige Unterstützung die gesellschaftliche Teilhabe und das selbstbestimmte Leben älterer Menschen mit Migrationsgeschichte im Quartier zu stärken.
Innovativer Peer-to-Peer-Ansatz für mehr Teilhabe.
Kern des Projekts ist ein Peer-to-Peer-Ansatz: Menschen mit eigener Migrationsbiografie werden aus den jeweiligen Communities gewonnen, qualifiziert und als interkulturelle Lotsinnen und Lotsen eingesetzt.
Sie begleiten Seniorinnen und Senioren zu Arztterminen und Behördengängen, unterstützen bei der Beantragung von Pflegeleistungen, führen Hausbesuche durch und vermitteln in bestehende Angebote.
Ergänzt wird dies durch Gruppenangebote wie Gesundheitsworkshops, Begegnungscafés und digitale Sprechstunden.
Das Angebot ist dauerhaft kostenlos und mehrsprachig – unter anderem auf Türkisch, Arabisch, Russisch, Polnisch, Dari und Farsi.
YARDIM: Starke Partner und gesicherte Förderung.
Träger des Projekts ist Sprungbrett e.V., einer der größten sozialräumlichen Träger im Bezirk Bergedorf.
Antragsteller ist das Bezirksamt Bergedorf, Fachamt Sozialraummanagement.
Die Finanzierung erfolgt aus dem „Stadtentwicklungsfonds Lebendige Quartiere“ der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen mit rund 208.000 Euro.
Das Bezirksamt Bergedorf und Sprungbrett e.V. ergänzen die Förderung mit Eigenmitteln in Höhe von rund 27.000 Euro.
Die Projektlaufzeit ist von März 2026 bis Februar 2029 angesetzt.
Cornelia Schmidt-Hoffmann, Bezirksamtsleiterin Bergedorf: „Das Modellprojekt YARDIM zeigt, wie gezielte Quartiersentwicklung und soziale Integration Hand in Hand gehen können. Als Ergänzung zu bestehenden Projekten wie dem Modellvorhaben „Wohnen bleiben im Quartier“ oder QPlusAlter erweitert YARDIM das Angebot um ehrenamtliche, kultursensible Strukturen. Damit fördern wir nicht nur die Teilhabe älterer Menschen mit Migrationsgeschichte, sondern stärken auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Bezirk. Dieses Projekt hat das Potenzial, Modell für ganz Hamburg und seine Entwicklung zur altersfreundlichen Stadt zu sein.“
Klarer Handlungsbedarf in den Zielquartieren.
Die Quartiersanalysen für Lohbrügge und Bergedorf-West zeigen einen besonderen Förderbedarf: In Bergedorf-West liegt der Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte bei 61 Prozent, der Anteil der Grundsicherungsempfängerinnen und -empfänger im Alter mit 16,3 Prozent weit über dem Hamburger Durchschnitt von 8,5 Prozent.
In Lohbrügge sind über 22 Prozent der Menschen über 65 Jahre alt, der Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte liegt bei 46,6 Prozent.
Diese vulnerable Gruppe wird bislang durch das bestehende Regelsystem nicht ausreichend erreicht.
Nach erfolgreichem Start in Lohbrügge ist ab 2027 eine Ausweitung auf Bergedorf-West geplant.
Langfristig soll das Projekt in Regelförderstrukturen überführt werden.
Hintergrund: Das Projekt fußt auf Erfahrungen aus einer Pilotphase, in der Sprungbrett e.V. zusammen mit dem Bergedorfer alevitischen Kulturverein BAKM gearbeitet hat.
Die hohe Nachfrage auch aus anderen migrantischen Communities führte zu einer konzeptionellen Neuausrichtung hinsichtlich der Zielgruppe und der sozialräumlichen Verortung.
EURE HEIDI VOM LANDE
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