Schulwesen, Hamburg, Sparmaßnahmen, Kreiselternrat, Demo, Bergedorf

Große Demo gegen Kürzungen an allen Hamburger Schulen.

 
Hallo liebe Leser,
das Hamburger Schulwesen steht vor der Herausforderung, steigenden Anforderungen an Bildung und Förderung mit begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen gerecht zu werden.

Die jetzt geplanten Sparmaßnahmen betreffen viele Familien, Schüler:innen und Lehrkräfte – ob in Grundschule, Stadtteilschule, Gymnasium oder berufsbildende Schule.

Noch sind diese Sparmaßnahmen aber nicht entschieden – Die Bürgerschaft stimmt erst Mitte Dezember darüber ab.

Der Kreiselternrat 61 (Bergedorf) organisiert vorher eine Demonstration, um ein Zeichen gegen die Einsparungen zulasten der Kinder zu setzen. Mehr dazu erfahrt ihr hier …  

HEIDI VOM LANDE, Blog, Bloggerin, Hamburg

 

Sparen an der Bildung?

Sparmaßnahmen im Bildungsbereich werfen grundlegende Fragen nach der Qualität des Unterrichts, der Chancengerechtigkeit und den Arbeitsbedingungen von Lehrkräften sowie weiterem pädagogischen Personal auf.

Während Einsparungen häufig mit der Notwendigkeit begründet werden, öffentliche Haushalte zu entlasten und vorhandene Mittel effizienter einzusetzen, besteht zugleich die Gefahr, dass wichtige Bildungsangebote eingeschränkt und bestehende Probleme im Schulalltag verschärft werden.

Besonders betroffen sein können Schüler:innen, die auf zusätzliche Unterstützung und individuelle Förderung angewiesen sind.

Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, die geplanten Sparmaßnahmen im Hamburger Schulwesen kritisch zu betrachten.
 

Welche Kürzungen sind geplant?

Im Zusammenhang mit dem Doppelhaushalt 2027/2028 sind Veränderungen bei der personellen Ausstattung und der Ressourcenzuweisung an Hamburgs Schulen vorgesehen:

| Kürzungen bei den Lehrkräften (mehr als 400 Lehrkräfte in Stadtteilschulen und Gymnasien)
| Einschneidende Veränderungen bei den Ganztagsschulen und der Schulbegleitung
| Reduzierung der Vertretungslehrkräfte um 25%

„Damit drohen Einschränkungen bei der individuellen Förderung, weniger vielfältige Kursangebote in der Oberstufe sowie Wahlpflichtkurse und eine zusätzliche Belastung der Schulen“, so Evelyn Brieger, Elternvertreterin Jahrgang 11, Gymnasium Bornbrook.

Besonders kritisch ist, dass diese Maßnahmen zu einem Zeitpunkt geplant sind, an dem an Hamburgs Schulen so viele Schüler:innen die Mittelstufe (7-10. Klasse) besuchen, wie seit vielen Jahren nicht mehr.
 

Was befürchten Eltern?

Die Sorge vieler Familien ist, dass Kursangebote eingeschränkt, Lerngruppen größer und persönliche Beratungsmöglichkeiten seltener werden könnten.

Auch die Frage nach ausreichenden Vertretungsstunden spielt dabei eine wichtige Rolle.

Fällt Unterricht in der Oberstufe aus oder kann nur eingeschränkt vertreten werden, trifft dies Schüler:innen in einer besonders entscheidenden Phase ihrer Schullaufbahn.

Darüber hinaus leben Schule und Bildung von weit mehr als dem regulären Unterricht.

Exkursionen, Wettbewerbe, Studienfahrten, Projekte, Berufs- und Studienorientierung sowie zusätzliche Förderangebote werden häufig durch das besondere Engagement von Lehrkräften ermöglicht.

Viele Eltern befürchten, dass solche Angebote unter zunehmendem Zeit- und Personaldruck schwieriger aufrechterhalten werden könnten.
 

Warum bewegt das Thema gerade jetzt viele Eltern?

Ein wichtiger Punkt ist, dass Hamburg derzeit besonders starke Schülerjahrgänge hat. Gleichzeitig wächst auch Bergedorf stetig weiter.

Gerade im Bezirk Bergedorf stellt sich für viele Familien die Frage, wie sich die geplanten Veränderungen mit dem anhaltenden Bevölkerungswachstum vereinbaren lassen.

In den vergangenen Jahren sind zahlreiche neue Wohngebiete entstanden, weitere sind in Planung.

Mit dem neuen Stadtteil Oberbillwerder werden künftig zusätzlich viele Familien mit schulpflichtigen Kindern nach Bergedorf ziehen.

Vor diesem Hintergrund erscheint es vielen Eltern schwer nachvollziehbar, wie eine Verringerung der personellen Ressourcen mit steigenden Schülerzahlen zusammenpassen soll.
 

Was sagt der Kreiselternrat?

Der Kreiselternrat hält Einsparungen im Bildungsbereich für den falschen Weg.

Aus Sicht des Kreiselternrats ist Bildung eine langfristige Investition in die Zukunft von Kindern und Jugendlichen.

Befürchtet wird, dass eingesparte Lehrkräftestunden und Unterstützungsangebote später nur schwer wieder aufgeholt werden können.

Daher engagiert sich der Kreiselternrat gemeinsam mit weiteren Elternvertretungen gegen die geplanten Maßnahmen, bereitet Petitionen vor und organisiert Informationsveranstaltungen sowie die Demonstration am 4. November.

Die geplante Demonstration zeigt, dass das Thema längst nicht mehr nur Elternvertretungen beschäftigt.

Inzwischen beteiligen sich Eltern, Schüler:innen, Lehrkräfte sowie verschiedene schulische Gremien an der öffentlichen Diskussion.

Viele Familien möchten deutlich machen, dass Bildung aus ihrer Sicht keine geeignete Stelle für Einsparungen ist.

Noch im Dezember wird die Hamburgische Bürgerschaft über den Doppelhaushalt 2027/2028 entscheiden und damit auch über die geplanten Sparmaßnahmen.
 
EURE HEIDI VOM LANDE
 


Demonstration gegen Sparmaßnahmen im Schulwesen
Demonstrationszug zum Bergedorfer Rathaus
Mittwoch, 4. November 2026, 15:30 Uhr
Treffpunkt: Platz vor dem City-Center Bergedorf (CCB)

 


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Written by HEIDI VOM LANDE, Bloggerin