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Bürgerinitiative „Bergedorf stellt alles in den Schatten – für ein lebenswertes Stuhlrohrquartier“.

In 55 Tagen schaffte die Bürgerinitiative es damals, ganze 3581 Unterschriften zu sammeln und damit einen Planungsstopp in Sachen Stuhlrohrquartier zu erzielen.


Hallo liebe Leser,
hoch, höher, dichter – die Bürgerinitiative „Bergedorf stellt alles in den Schatten – für ein lebensw. Stuhlrohrquartier“ hat heute verkündet, dass in den Freitagsrunden mit dem Bezirksamt und der Bergedorfer Politik ein Kompromiss ausgehandelt wurde.

Natürlich mussten sich beide Seiten für eine adäquate Lösung aufeinander zubewegen und Zugeständnisse machen. Die Bürgerinitiative ist trotzdem überzeugt davon, dass sie etwas richtig Gutes für Bergedorf erreicht hat und an den entscheidenden Punkten standhaft geblieben ist. Mehr dazu hier …
 

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Bürgerinitiative erfolgreich mit Unterschriftenaktion.

Am 5. November 2017 wurde die Bürgerinitiative „Bergedorf stellt alles in den Schatten – für ein lebensw. Stuhlrohrquartier“ (BI) mit anschließendem Bürgerbegehren gegründet.

Geplant waren von Bergedorfer Politik und dem österreichischen Investor Buwog unter anderem ein City-Riese in der Nähe des Bergedorfer Bahnhofs mit einer Höhe von acht Geschossen und einem 20-Etagen-Hochhaus auf dem ca. 5 Hektar großen Areal.

Zu groß – zu dicht – zu viel Verkehr! Vielen Bergedorfern war schnell bewusst, dass das geplante Bauvorhaben im Stuhlrohrquartier nicht zur City passt und machten sich ihre Gedanken.

Wohnungen werden benötigt in Bergedorf, das war allen Beteiligten klar, aber bitte mit einer moderaten Bebauung und unter Beachtung eines Verkehrskonzeptes.

So sammelten die Initiatoren der BI mit großem Erfolg Unterschriften von Bergedorfern zur fünfgeschossigen Wohnbebauung, zum Verzicht des Hochhauses, zur Verdoppelung der Stellplätze von 0,4 auf 0,8 pro Wohnung und zum Nachweis durch ein Verkehrsgutachten, dass der Verkehr verträglich abfließen kann.

Womit zunächst keiner gerechnet hatte: In 55 Tagen schaffte es die Bürgerinitiative, ganze 3581 Unterschriften zu sammeln, beim Bezirksamt abzugeben und damit einen Planungsstopp in Sachen Stuhlrohrquartier zu erzielen.
 

Bürgerbegehren und Sperrwirkung in Sachen Stuhlrohrquartier.

Laut § 32 des Bezirksverwaltungsgesetz (BezVG) darf nach Vorliegen von einem Drittel der in Absatz 3 geforderten Unterschriften beim Bezirksamt mindestens bis zur Feststellung des Zustandekommens eine dem Bürgerbegehren entgegenstehende Entscheidung durch die Bezirksorgane nicht mehr getroffen und mit dem Vollzug einer solchen Entscheidung nicht begonnen werden.

So sorgten die Unterschriftensammlungen der Bürgerinitiative „Bergedorf stellt alles in den Schatten – für ein lebenswertes Stuhlrohrquartier“ für den Planungsstopp. Die Konsequenz: Bürgerinitiative, Bezirksamt sowie Bergedorfer Politik setzten sich in Freitagsrunden zusammen, um eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten. Denn sollte die Bezirksversammlung dem Anliegen des Bürgerbegehrens nicht innerhalb von zwei Monaten unverändert oder in einer Form zustimmen, die von der Initiative gebilligt wird, könnte es danach zu einem Bürgerentscheid kommen.
 
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Kompromiss erfolgreich durch Bürgerinitiative ausgehandelt.

Ein Kompromiss ist die Lösung eines Konfliktes durch gegenseitige freiwillige Übereinkunft und unter beiderseitigem Verzicht auf Teile der jeweils gestellten Forderungen. Es wird von den Verhandlungspartnern ausgehend von den eigenen Positionen eine neue Mittelposition gebildet und diese erzielte Einigung als gemeinsames Ergebnis dargestellt.

Und es ist tatsächlich vollbracht! Die Bürgerinitiative verkündete heute morgen:

„Wir freuen uns riesig, dass wir in unseren Freitagsrunden mit dem Bezirksamt und der Bergedorfer Politik einen Kompromiss ausgehandelt haben. Natürlich mussten wir uns für diese Lösung auch bewegen und Zugeständnisse machen – trotzdem sind wir überzeugt davon, dass wir etwas richtig Gutes für Bergedorf erreicht haben und an den entscheidenden Punkten standhaft geblieben sind.“

Folgende Eckpunkte für die Bebauung am Stuhlrohrquartier wurden nun vereinbart:

Dichte:
• GFZ (Geschossflächenzahl) max. 2,2

Höhe:
• 4-6 Geschosse im Mittel (inkl. Staffel- und Dachgeschoss)
• Baukörper mit 7 Geschossen zur Akzentuierung in Einzelfällen (max. 10-15 % der Gesamtfläche)
• keine Hochhäuser ( >/= 8 Geschosse)

Stellplätze:
• 0,5 PKW-Stellplätze pro Wohneinheit
• 0,1 PKW-Stellplätze für Besucher pro Wohneinheit
• überdachte Fahrradstellplätze in der Anzahl gemäß Bauprüfdienst, mindestens 2,5 pro Wohneinheit

Nicht-Wohnnutzungen:
• mind. 15.000 Quadratmeter BGF Bruttogeschossfläche (inklusive Stuhlrohrhallen)
• Erwünscht ist hierbei ausdrücklich die gesamte Bandbreite: Geschäfts- und Büronutzungen, Einzelhandelsbetriebe, Schank- und Speisewirtschaften sowie Betriebe des Beherbergungsgewerbes, sonstige Gewerbebetriebe, Anlagen für Verwaltungen sowie für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke

Des Weiteren haben sich die Beteiligten auf den dauerhaften Erhalt der denkmalgeschützten Stuhlrohrhallen und die Sicherstellung einer hohen Wohnqualität durch die Nutzung der Innenhöfe als Grün- und Aufenthaltsflächen geeinigt. Zudem ist bereits im Bebauungsplanverfahren über ein Verkehrsgutachten nachzuweisen, dass der Verkehr des Quartiers die aktuelle Lage auf den Fahrbahnen nicht signifikant verschlechtern wird.

Die vereinbarten Eckpunkte bilden die Grundlage für einen neuen „kleinen Wettbewerb“. Die neuen Entwürfe werden in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt und diskutiert.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wird der Siegerentwurf durch ein Auswahlgremium ermittelt. Dieses setzt sich aus Janina Laugell-Saracoglu, Katrin Kuntze, Jens Hamburger und Morlen Gohl aus der BI, den Bezirksfraktionen, der Verwaltung sowie Fachexperten zusammen. Nach dem Beschluss einer abschließenden Vereinbarung zwischen der BI und den Fraktionen zur Fortsetzung des Bebauungsplanverfahrens wird offiziell das Bürgerbegehren beendet.
 
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Bürgerinitiative, Petition, Aktion … die aus der Bergedorfer Bevölkerung heraus gebildete Interessenvereinigung hat sich erfolgreich stark gemacht, um Einfluss auf das geplante Bauvorhaben zu nehmen und unsere Politiker und die öffentliche Hand gezielt darauf hinzuweisen, dass es in Sachen Stuhlrohrquartier noch um andere Belange als nur Rendite geht und Protest sich lohnt!
 
Eure HEIDI VOM LANDE
 

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