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In der Ausstellung sind diverse Motive und Symbole mit dem einen oder anderen Geheimnis zu sehen.

Historisches Stickmustertuch von 1806 mit dem Bergedorfer Stadtwappen – drei Bäume auf drei Hügeln (Foto: HvL).
 
Hallo liebe Leser,
in den zurückliegenden Jahrhunderten zählte die Handarbeit zu den Pflichten der höheren Töchter: Neben Nähen und Stopfen nahm im Gebiet der Vier- und Marschlande das Sticken dabei eine wichtige Rolle ein. Auf Mustertüchern übten Frauen den kunstvollen Umgang mit Nadel und Faden.

Nicht nur das historische Stickmustertuch ist in der Ausstellung im Freilichtmuseum Rieck Haus zu finden, sondern die Kuratorin Andrea Madadi hat noch mehr Wissenswertes und Kurioses wie beispielsweise Dreiecke für die männliche Zeugungskraft oder den weiblichen Schoß zu bieten. Mehr dazu hier (klick) …
 

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Die Vierländer Künstlerin und Kunsthistorikerin Andrea Madadi gibt Einblicke in die Welt der Vierländer Stickereien (Foto: HvL).
 

Ausstellung: „Ausgezählt! Stickmotive in den Vierlanden“.

“Handarbeiten vor dem abendlichen Fernsehprogramm oder in geselliger Runde sind heute eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Vor mehr als 300 Jahren stickten Mädchen biblische Szenen und symbolische Motive wie Rauten, Rosetten und Lebensbäume auf Leinentüchern, um später mit diesen Mustern ihre Aussteuer, Wäsche und Kleidung zu verzieren. Welche Geschichten erzählen uns die Vierländer Mustertücher heute?”

Mit diesen Worten beginnt Andrea Madadi ihre Ausstellung „Ausgezählt“. Aus den Beständen des Museum für Bergedorf und den Vierlanden werden von ihr im Rieck Haus eine repräsentative Auswahl der Stickmustertücher von 1720 bis 1911 gezeigt.

In der Ausstellung 2018/2019, in Themen-Führungen und demnächst auch in einem Katalog über Vierländer Stickmotive werden die Geschichten der Stickmustertücher erzählt, die Hintergründe ihrer Entstehung beleuchtet und offenen Fragen nachgegangen.

Wer hat sie wofür genau gestickt? Unter welchen Umständen wurden sie gefertigt? Welche Bedeutung könnten die Motive für die Vierländer Gesellschaft gehabt haben? Wo sind die Quellen/Ursprünge der Muster zu suchen? Was fasziniert an den Tüchern und warum werden sie heute noch nachgestickt?
 
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Auf dem großen Spieltisch können die Besucher selber „Sticken“ sowie Symbole und Zeichen auslegen (Foto: HvL).
 
In Interviews geben Zeitzeugen einen ganz persönlichen Einblick in die Welt rund um das Thema Vierländer Stickereien – das können Rieck Haus Besucher an vier Audiostationen hören. Axel Netzband hat Mustertücher und Interviewpartner fotografisch in Porträts festgehalten.

Als Ergänzung zur Ausstellung sind die künstlerischen Reflektionen zum Thema Sticken gedacht. Mit verschiedenen Medien versucht Künstlerin und Ausstellungskuratorin Andrea Madadi eine „Annäherung an den Kreuzstich“ – mit gesellschaftskritischen Bezügen zum JETZT.
 
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Geschichte zum Anfassen – die interaktive Erlebnis-Ausstellung „Ausgezählt!“ (Foto: HvL).
 
Um das Auslöschen von kulturellen Gegebenheiten von einer Generation zur Anderen geht es im KUNST-Werk „Übermalung“. Alles verändert sich, nichts bleibt wie es ist.

Gemalte Totenengel und Vögel auf einem gerasterten Foliengewächshaus stehen für eine unaufhaltsame Veränderung in den Vier- und Marschlanden – Industriegebiete entstehen auf Äckern und Gewächshäuser weichen Einfamilienhäusern, weil die kleinbäuerlichen Betriebe nicht mit der weltweiten Billigkonkurrenz mithalten können. Die Schriftzüge „alles ist vergänglich“ und „Die Vergangenheit ist das Licht der Zukunft“ unterstreichen diese Thematik.

Auf einem Kunstwerk stehen magische drei Ecken für die männliche Zeugungskraft und verkörpern den weiblichen Schoß. Die Bedeutung der Symbole weiß Andrea Madadi genau zu erklären.

Die Ausstellung spannt den Bogen von etwa 300 Jahren von 1720 bis heute. In den Vierländer Häkelbüddelclubs war die Handarbeitstradition lange Zeit lebendig. So haben Vierländer Frauen in den 1980ziger Jahren mehr als 500 Kirchenkissen mit Rosetten, Rauten und Lebensbäumen bestickt.
 
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Trachten vom Profi. Stickereien aus Vierländer Handwerksbetrieben des 18. Jh. (Foto: HvL).
 
Heute wird „Modernes“ wie HSV-Mützen, Handschuhe und Socken für wohltätige Zwecke gefertigt. Vierländer Motive werden noch nach Auftrag gestickt.

An Schulen gibt es Handarbeiten nur noch als Neigungskurs. Kaum ein Kind kann Stricken, Sticken oder Häkeln. In einem Feldforschungsprojekt konnten Kinder mit der Kuratorin ein halbes Jahr Sticken lernen. Ein Ziel der Ausstellung ist also die Wiederbelebung der alten Stickmotive sowie die Erkenntnis ihres symbolischen Gehaltes.

Die geometrischen Vierländer Stickmustertücher mit Raute, Rosette und Lebensbaum in schwarzem Seidengarn auf naturfarbenem Leinen sind einmalig in der Welt und jederzeit identifizierbar. Andrea Madadi erklärt gerne die tiefe Bedeutung des eigenen Stickstils, der sich in den Vierlanden entwickelt hat. EURE HEIDI VOM LANDE
 
Nächste Termine:
17.08., Thema: „Ursymbole in Stickmustertüchern“
31.10., Thema: „Luthers Vermächtnis“
und auf Anfrage.
Freilichtmuseum Rieck Haus
Curslacker Deich 284, 21039 Hamburg
Telefon: 040 7231223

 

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