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Läuft seit dem 10. Oktober 2019 in den deutschen Kinos: US-amerikanische Comicverfilmung „Joker“.

Beispielfoto: Pixabay
 
Hey Folks,
in den USA soll der neue Kinofilm zum Teil heftige Reaktionen ausgelöst und sogar zum Verlassen des Kinosaals wegen der Psycho-Spiele und Gewaltszenen geführt haben. Regisseur Todd Phillips’ „Joker“ ist eine eigenständige fiktive Story, die noch nie zuvor auf der Leinwand zu sehen war. Arthur Fleck, gespielt von Joaquin Phoenix, zeigt einen Mann, der darum kämpft, seinen Weg in Gothams zerrütteter Gesellschaft zu finden.

HEIDI VOM LANDE hat sich den Hollywood-Film ohne Nervenzusammenbruch bis zum Schluss angesehen. Mehr dazu hier …
 

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Nach dem Kinofilm: „Joker“ ist schon harter Tobak, aber trotzdem sehenswert.
 

Das Leiden des Clowns in Gotham City.

Im Jahr 1981 in Gotham City: Der sensible Außenseiter Arthur Fleck lebt zusammen mit seiner Mutter Penny in einem schäbigen Apartment. Arthur, der seit seiner Kindheit selbst in unpassendsten Situationen aufgrund einer Krankheit anfängt, laut zu lachen, arbeitet als Partyclown, träumt aber von einer Karriere als Stand-up-Comedian.

Schon zu Beginn des Films wird angedeutet, dass Arthur des Öfteren Opfer von Spott und gewaltsamen Übergriffen gegen ihn wurde, weswegen sein Arbeitskollege Randall ihm, dem Waffenbesitz eigentlich verboten ist, unvermittelt einen Revolver und Patronen zusteckt, um sich zukünftig verteidigen zu können.

Doch nach und nach verschlimmert sich Arthurs verzwickte Lage. Zunächst verliert er seinen Job, weil er den Revolver zu einem Clowns-Auftritt in einem Kinderkrankenhaus mitbringt. Der Sozialarbeiterin, über die er seine Medikamente bezieht, werden alle städtischen Mittel gestrichen.

Als er in der U-Bahn sitzt, belästigen drei betrunkene Anzugträger eine Mitreisende. Arthur, noch im Clown-Kostüm, bekommt daraufhin einen zwanghaften Lachanfall, und die drei fangen an, ihn zu verspotten und zu verprügeln. Doch diesmal zieht Arthur seinen Revolver und erschießt die drei Männer (Quelle: Wikipedia.de).

Eine düstere Charakterstudie, in der Arthur – gefangen in einer Abwärtsspirale aus Gleichgültigkeit und Grausamkeit – eine Fehlentscheidung trifft, die zu einer Kettenreaktion von eskalierenden Ereignissen führt.

Arthur verliert zunehmend den Verstand und wird immer mehr zur tragischen Figur – Sieben Medikamente und sieben Morde!

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Joaquin Phoenix und Robert De Niro im Kriminalfilm vom Regisseur Todd Phillips (Foto: Warner Bros. Entertainment Inc. TM & © DC Comics / Niko Tavernise).
 

Joker – Put on a happy face.

Die hysterischen und unkontrollierten Lachanfälle des Jokers in denkbar ungünstigen Situationen stammen im Film nicht etwa von einem Helden aus dem Batman-Universum, sondern von der äußerst bemitleidenswerten Figur Arthur Fleck.

Ich habe schon nach wenigen Minuten Mitleid für „Happy“, wie ihn seine Mutter nennt. Gespielt von Joaquin Phoenix, der für seine Rolle über 20 Kilo weggehungert hat. Abgemagert bis auf die Knochen spielt er Arthurs Rolle meisterhaft. Seine vertrackte finanzielle Situation geht einher mit Scham und sozialer Isolation. Dazu seine psychische Erkrankung namens Pseudobulbärparalyse, eine Affektstörung mit Zwangslachen.

Die Demütigungen und immer hilflosen Erklärungsversuche bei Außenstehenden mit Hilfe von Plastikkarten, auf denen seine Erkrankung beschrieben wird, machen mich einfach nur traurig. Arthur wurde von seiner psychisch kranken Mutter bereits misshandelt und stand ihm auch nicht zur Seite, selbst als er missbraucht wurde. Im Erwachsenenalter geht es für ihn als Prellbock und Prügelknabe weiter.

Er hechelt nach Anerkennung, der Liebe seiner Mitmenschen und Wertschätzung. Die Welt in Gotham ist böse und brutal.

Ich fühle mit ihm, als sich die düsteren Ereignisse in seinem Leben überschlagen und verstehe den zornigen Mann sogar ein Stück weit, als er seiner wehrlosen Mutter im Krankenbett mit einem Kissen in der Hand gegenüber sitzt. Mehr verrate ich an dieser Stelle aber nicht.
 
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In der Schlussszene stellt Regisseur Todd Phillips noch einmal alles auf den Kopf und verunsichert den Zuschauer. Welche Teile im Joker sind real und welche nicht? Hat Arthur Fleck sich alles nur ausgedacht, sind es Wahnvorstellungen, wie seine Mutter sie hatte oder entsprechen sie der Realität?

Ist eines der größten Geheimnisse der Comicgeschichte endlich gelüftet? Für mich schon, aber schaut ihn euch ruhig an und interpretiert selbst! Wer aber auf die Joker-Figur als Bösewicht gegen den Superhelden Batman wartet, kommt nicht auf seine Kosten.

„The Joker“ ist schaurig, bedrückend und wirklich starker Tobak – aber auch ein gut gemachter Film, den ich ohne Nervenzusammenbruch bis zum Schluss ansehen konnte.
 
EURE HEIDI VOM LANDE

 


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