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Ein wahres Zeitdokument aus dem Junius Verlag.

 
Hey Folks,
ab Mitte der siebziger Jahre war Hamburg bereits Zentrum der deutschen Punkszene. „Anything goes“! Erlaubt ist alles, was gefällt, so das Motto der bunten Jugendkultur.

Mit „Hamburg Calling – Punk, Underground & Avantgarde 1977 – 1985“ ist über den Junius Verlag ein Buch erschienen, welches mit vielen Kurzgeschichten und unzähligen Bildern die Anfangszeiten der Punkbewegung in Hamburg dokumentiert. Mehr dazu erfahrt ihr nachfolgend …  

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Protest und Punk in den 1980er Jahren auch bei der Bloggerin HEIDI VOM LANDE.
 

Pikierte Nachbarn vom Lande. Was geht in Hamburg?

Berlin, Düsseldorf oder Bremerhaven? Ganz klar: Hamburg! Hier schlug der Punk am heftigsten ein im Deutschland der späten 1970er Jahre. Eine wilde Szene, die bis heute noch Bestand hat.

Begeistert vom Orkan, der durch die englischen Clubs fegte, fanden sich auch an der Elbe bald junge Männer zu Bands wie den Razors, Buttocks oder Coroners zusammen, um mit zwei, drei Akkorden dem Rock’n’Roll die Selbstgefälligkeit und Trägheit auszutreiben.
 

Dünne Beine in Röhrenhosen, eine Jacke doppelt so groß wie nötig und mit einem gigantischen Riss auf dem Rücken. Die Punk-Bewegung!

 
Im Karolinenviertel nahm derweil ein etwas älterer junger Mann großen Anteil an dem, was da passierte. Alfred Hilsberg holte Bands aus England und Deutschland in die Stadt, und in der Zeitschrift Sounds schrieb er über die neuen Klänge aus Übungskellern und Jugendzentren.

Bald aber war er gelangweilt: Er wollte mehr als nur kurze, schnelle Nummern mit Gitarre, Bass und Schlagzeug. Auf seinem Label ZickZack und mit Festivals gab er impulsiven Musikern die Gelegenheit, neue Wege zwischen Underground und Pop zu suchen.
 
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Alf Burchardt, Bernd Jonkmanns: Hamburg Calling.
 
Hamburg Calling erzählt mit herausragenden Bildern der Grafikerin Sabine Schwabroh, der Fotografin Ilse Ruppert sowie zahlreichen Amateurfotografien von den spannendsten Jahren im musikalischen Untergrund der Stadt, von den Abenden zwischen Krawall 2000, Markthalle und Versuchsfeld, von den anschließenden Nächten in Marktstube, Subito und Schlachterei, wo die nächsten Ideen entstanden.
 

Punkbands und ihre Persönlichkeiten.

In der Dokumentation wird auch jede Menge über Musiker und Bands wie Campino von den Toten Hosen, die Zimmermänner, Andreas Dorau, The Clash, Ton Steine Scherben, Jonny Moped, Jaeki Eldorado, Ramones, Nina Hagen, DAF, Eugen Honold von Buttocks, Pop Rivets, Razors, Goldenen Zitronen, Slime und vielen mehr berichtet.

Erinnerungsfotos, Konzertplakate, Statements, wilde Haarfrisuren, beschmierte Toiletten, Hamburger Clubs mit Punk-Musik und jede Menge Informationen zur Entstehung und Weiterentwicklung der Szene in Hamburg geben einen tiefen Einblick für die, die damals nicht dabei waren oder eine schöne Erinnerung für die, die mitten im Getümmel steckten.

Als Goodie befindet sich für die Liebhaber von Punk-Rock am Ende des Buches eine feine Cover-Auflistung veröffentlichter Releases von Hamburger Bands.
 

Punk ist Rebellion und Protest.

Hamburg Calling hat mich sofort in die alten Zeiten aus meinem Geburtsort Bremerhaven versetzt.

Hier haben wir Punks die verspießerte Elterngeneration und ihre dumpfen Gewohnheiten verachtet, die desinteressierte Familienumgebung, Schulstreß und Arbeitslosigkeit.

Mit zerfetzten Klamotten, Nietengürteln, Armbändern, abstehenden Haaren und Pogo machten wir in der Fußgängerzone auf uns aufmerksam. Gelegentlicher Stress mit Skins oder wie in Hamburg mit Teds brachten Abwechslung in das triste Stadtzentrum.

Blut, Schweiß, Spucke und Gewalt der damaligen Szene spielen in Hamburg Calling leider keine Rolle, da es eher ein mild-nostalgischer Rückblick ist.

Bilder der Szene-Streitereien in Hamburg wären noch ganz interessant für mich gewesen, ebenso wie Fotos der Katakomben-Konzerte der Goldenen Zitronen vom Kiez. Ansonsten ist Hamburg Calling ein „Must have“ für alle Punks, die diese Zeit durchlebt haben.
 
EURE HEIDI VOM LANDE
 
Hamburg Calling
Punk, Underground & Avantgarde 1977–1985
Alf Burchardt, Bernd Jonkmanns
1. Auflage, 2020
144 Seiten, 150 Farb- und s/w-Abbildungen
ISBN 978-3-96060-531-7
29,90 €, Hardcover

 


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