Meistert sein Leben ohne Beine: Cihad Yayman(29)

 
Hallo liebe Leser,
Cihad Yayman kommt aus Glinde bei Hamburg und wohnt seit einiger Zeit in Bergedorf. Am 1. April 1992 kam er ohne Beine auf die Welt. Ein Aprilscherz der Natur? Da ist sich der junge Mann ziemlich sicher.

Er geht ganz offen mit seinem Handicap um, fährt Auto oder Motorrad, geht schwimmen, modelt und arbeitet ohne Probleme. Seinen Prothesen und seinem starken Lebenswillen hat er dies zu verdanken.

Mehr über Cihad Yayman und seine bewegende Geschichte erfahrt ihr nachfolgend …  

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Das Model ist mit seinen computergesteuerten Prothesen auf großen Messen für Orthopädie-Unternehmen in ganz Deutschland unterwegs (Foto: Privat).
 

Fehlbildungen an beiden Beinen und der rechten Hand.

Cihad Yayman ist in Reinbek geboren und in Glinde aufgewachsen. Seit November 2020 wohnt er in Bergedorf und hat eine ganz besondere Geschichte, denn aufgrund einer Fehlbildung im Kleinkindalter mussten dem Nachwuchs einer türkisch-syrischen Familie beide Beine oberhalb der Knie amputiert werden.

Durch die unendliche Liebe und Unterstützung seiner Eltern gelang es Cihad, als Kind ein gesundes Selbstbild aufzubauen. In seiner Familie wurde er als völlig normal betrachtet, doch das sollte sich in der Schulzeit gewaltig ändern.

Hier merkte Cihad sehr schnell, dass er anders ist. Er wurde gemobbt, ausgegrenzt und emotional stark verletzt.

An diese schmerzhaften Erinnerungen aus der grausamen Schulzeit denkt er nicht so gerne zurück und doch haben gerade diese eine ganze Menge in ihm bewirkt.

„Ich wollte nicht mehr so weitermachen und setzte mir fortan nur noch Ziele! Sätze, beginnend mit „ich hoffe“ oder „ich glaube“, wurden aus meinem Wortschatz entfernt. „Ich weiß“ oder „ich schaffe“ waren die neuen Parolen, so Cihad.


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Dass der Junge trotz fehlender Unterschenkel eine Chance auf eine glückliche Zukunft hat, versprach der Orthopädie-Technikhersteller OT Kiel den Eltern (Foto: Privat).
 

Menschen, die ihn sehen, sind erst einmal verunsichert.

Der Bergedorfer bemüht sich, viel Normalität und Sicherheit auszustrahlen. Er weiß aber, dass viele Leute, die ihn zum ersten Mal sehen, aufgrund seines Handicaps verunsichert sind. Doch dafür gibt es keinen Grund.

Seit 2008 verfügt der Doppelamputierte mit hochmodernen mikroprozessorgesteuerten Prothesen über eine unglaubliche Bewegungsfreiheit und schafft teilweise viel mehr als gesunde Personen. Aus der Hüfte heraus wird die Biomechanik gesteuert und am Gang ist kaum mehr erkennbar, dass Yayman auf Gehhilfen angewiesen ist.

Cihad Yayman fährt ein Auto ohne technische Umbauten und sogar ein Motorrad mit Automatikgetriebe, er ist leidenschaftlicher Tänzer, treibt viel Sport, hat eine Lehre als Kaufmann im Einzelhandel abgeschlossen und arbeitet bei einer Elektrofachmarktkette in der Mönckebergstraße.

Gut 120.000 Euro haben die Genium X3 Beinprothesen, die bei Otto Bock HealthCare in Duderstadt hergestellt wurden, gekostet. Neben der neuen Standfestigkeit bringen die Prothesen dem Patienten weitere Vorteile: Das tägliche Leben wird um 90 % erleichtert, Rücken- und Stumpfschmerzen werden gelindert.
 
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Selbstbewusst, warmherzig und nicht zu brechen: Cihad Yayman (Foto: Privat).
 

Vom schüchternen Schüler zum Model und Darsteller.

Nicht nur in der Orthopädie-Szene ist das Model längst für seine Zielstrebigkeit und sein Durchsetzungsvermögen bekannt. Auch sein Krafttraining dreimal pro Woche ermöglichte es Yayman, in einem Werbespot der Fitnessstudiokette McFit mitzuwirken. Weitere Spots bei einem großen Autokonzern und einem US-amerikanischen Unternehmen von Audio-Produkten kamen hinzu.

Im vergangenen Sommer war Cihad dann als Protagonist in der Dokutainment-Sendung „Urlaub mal anders – Abenteuer mit einem Unbekannten“ zum Thema Inklusion bei TVNOW zu sehen. Mit dem Produktionsteam von der Agentur pilot wurde auf Mallorca gedreht.

Der junge Erwachsene spielte ebenfalls in der deutschen Fernsehserie „Klinik am Südring“, die von der filmpool Film- und Fernsehproduktion für den Fernsehsender Sat.1 produziert wird, mit.

Mit Aufklärungsreportagen für Fernsehsendungen der ARD versucht der Bergedorfer sehr vielen Menschen Mut und Motivation zu spenden und darauf hinzuweisen, dass Inklusion Nicht-Ausgrenzung bedeutet. Respekt und Toleranz dem anderen Gegenüber, das Recht auf selbstbestimmte Teilhabe, ohne aufgrund von Behinderung benachteiligt zu werden.
 
Der größte Wunsch von Cihad Yayman ist es deshalb, an Schulen in Sachen Mobbing und Inklusion als Coach zu moderieren und Trainingsinhalte anzubieten … aber es auch einmal auf den Laufsteg einer Fashion Week zu schaffen.
 
EURE HEIDI VOM LANDE
 


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