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TYNA: Depressionen sind kein Tabu-Thema.

Foto: foxontherun
 
Hey Folks,
TYNA – Das ist der Künstlername von Tina Müller, Musikerin aus Hamburg, den ihr euch unbedingt merken solltet. Die empathische Sängerin hat unter anderem vor 100.000 Menschen auf dem Berliner Christopher Street Day ein Konzert gegeben oder war mit Glasperlenspiel, Großstadtgeflüster und Stefanie Heinzmann unterwegs.

Von „Krone richten und weitermachen“ kennt TYNA was, wie sie der HEIDI VOM LANDE-Redaktion in einem exklusiven Interview verrät. Dabei hilft ihr ganz besonders die Musik.

Wie sie mit dem November-Konzert auf der Reeperbahn etwas Positives in die dunkle Corona-Zeit bringen möchte und weitaus mehr – TYNA verrät es uns nachfolgend …  

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Es gab auch andere Zeiten: TYNA kaufte sich vom Pfandgeld Essen und musste jeden Scheißgig annehmen (Foto: foxontherun).
 

Interview mit dem hochsensiblen Powergirl TYNA.

TYNA ist dein Künstlername. Wie wird der ausgesprochen?
TYNA wird wie Tina ausgesprochen, nur dass das „i“ zum „y“ wird. Gar nicht so kompliziert wie viele denken, wenn sie den Namen lesen. Ich habe schon die lustigsten Aussprachen gehört: von „Teina“ über „Tüna“, bis hin zu „Tanja“.

Die Namensbedeutung von TYNA ist „schmachten“, passt das?
Jetzt weiß ich endlich was „TYNA“ bedeutet, hihi. Bisher war es für mich nur Tina mit „y“ und ich wusste nicht, dass es wirklich eine Bedeutung hat, verrückt. Hm, ob „schmachten“ jetzt wirklich dazu passt, dass lasse ich als Frage mal so offen stehen.

TYNA, du bist genauso ein Landei wie HEIDI VOM LANDE oder?
Eigentlich ja. Ich bin in einem kleinen Dorf (ca 150 Einwohner:innen) in der Nähe von Fulda aufgewachsen. Da gab es nichts, außer einer Hauptstraße und viel Grün. Gerade fühle ich mich aber gar nicht mehr als Landei, weil ich mich sehr an die Großstadt gewöhnt und so gut eingelebt habe, dass Hamburg meine Wahlheimat geworden ist.

Gab es bei euch eine bestimmte Szene, der du dich angeschlossen hast?
Ich habe mich damals gar keiner Szene angehörig gefühlt, weil ich schon immer viele Seiten in mir hatte. Eine Zeit lang trug ich Hair Locks und viele dachten, ich wäre in der Reggae-Szene unterwegs. Dabei habe ich da fast nur Rock- und Popmusik gehört.

TYNA, schreibst du deine Songs selber?
Teils, Teils! Ich schreibe sehr viel selber, aber ich hole mir auch immer noch Input von anderen großartigen Songwriter:innen und Freunden. Oft schreiben wir gemeinsam im Team. Das macht glücklich. Es ist durchaus sehr inspirierend, wenn man sich während des Songwritings austauschen kann.

Hast du professionelle Musiklehrer gehabt?
Naja, wenn ich jetzt zurückblicke, würde ich sagen, dass der Musikunterricht damals echt stinklangweilig war und mir musikalisch nichts gebracht hat. Einen coolen Musiklehrer gab es, der hat die Schulband geleitet, in der ich später gesungen habe. Aber den hatte ich leider nicht im Unterricht.

Wie ist es mit Erfahrungen in der Musikbranche?
Innerhalb der letzten Jahre habe ich ganz verschiedene Menschen aus der Musikbranche kennengelernt. Einige davon haben versucht, mir vorzuschreiben, was ich zu tun habe, wie ich auszusehen habe und wie meine Musik klingen soll. Davon habe ich mich distanziert und bin sehr glücklich, dass ich in diesem Jahr auf den bekannten Manager Willy Ehmann getroffen bin. Auf seinem Label „Schallauge Tonträger“ werden meine Songs gerade veröffentlicht und er hilft mir in allen Planungsfragen. Willy hat mir gezeigt, dass es auch Menschen gibt, für die ich mich im Haifischbecken „Musikbusiness“ nicht verbiegen muss!

Die Musikbranche kann also hart sein. Erzähle uns von den Höhen und Tiefen.
Es ist nicht leicht, als Musikerin Fuß zu fassen. Ich habe sogar das Gefühl, dass es als Frau noch schwieriger ist, weil Mann uns nicht ernst nimmt oder nicht respektiert. Frauen in der Rockmusik – Da wird die Männerdomäne aufgerüttelt, was ich mega wichtig finde! Als ich TYNA 2013 gegründet habe, hatte ich ein feste Band. Später ging erst der Bassist weg und dann alle anderen Bandmitglieder auch. Ich war auf mich alleine gestellt, habe die Krone gerichtet und weitergemacht. Nun ist es mein Soloprojekt und alle Fäden liegen in meiner Hand. Für Live-Konzerte habe ich mittlerweile eine neue Band, die man am 27. November das erste Mal bei meiner Show im headCRASH, Hamburger Berg 13, erleben kann.

Es gab eine Zeit, wo es dich echt umgehauen hat. Was ist da passiert?
Ich bin schon immer sehr feinfühlig und empathisch gewesen. Das ist wirklich eine Gabe, um Songs zu schreiben und auch andere Leute besser verstehen zu können. Aber es kam der Zeitpunkt, da hat mich diese Gabe schlichtweg umgehauen. Ich hatte schwer mit Depressionen zu kämpfen. Damals gab es Menschen in meinem Umfeld, die es gar nicht verstanden haben, dass psychische Krankheiten ernst genommen werden müssen. Dieses „Geh mal nach draußen, die Sonne scheint und versuch mal weniger nachzudenken“ ist da definitiv der falsche Ansatz. Ich hatte Glück, Hilfe zu finden. Ein langer Weg, der mich zu der Person gemacht hat, die ich jetzt bin.
 
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Nach einer Regenerationsphase erschien Ende 2019 TYNAs „DYNAMIT“ EP. Das Release Konzert dazu wurde vom Hamburger „Krach & Getöse Preis“ als bestes Newcomer-Konzert des Jahres ausgezeichnet (Foto: foxontherun).
 
Wann und warum bist du nach Hamburg gezogen?
2009 bin ich nach Hamburg gezogen, der Musik wegen. Hier hat man einfach viel mehr Möglichkeiten als in meiner Heimat. Und ich bin eben ein Meermensch!

Wie kam es eigentlich zu den großen Gigs?
Durch Zufall: Ich hatte ein Konzert in Hamburg und habe die halbe Hansestadt mit meinen Plakaten und Aufklebern ausgestattet, grins. Die sind der Bookerin von dem bekannten FrauenFestival am Weissenhäuser Strand aufgefallen und schwups … durfte ich mehrfach beim „L-Beach“ auftreten. Da haben Wallis Bird, Stefanie Heinzmann und Elif gespielt, die ich alle sehr bewundere. Kurz darauf kamen dann Gigs vor dem Brandenburger Tor beim Berliner Christopher Street Day sowie das Open Flair Festival dazu.

Wie kam es zum Support bei der Ska-Punk-Band Ratanplan?
Einen Teil der Jungs kenne ich schon ein paar Jahre, die Musikwelt ist am Ende doch nicht so groß wie man denkt. Der Support hat bislang allerdings noch nicht stattgefunden. Eigentlich wäre der Gig letztes Jahr gewesen, dann kam das Wort mit C.. Deshalb findet er nun hoffentlich am 24.04.2022 statt!

Hast du schon EPs oder Alben rausgebracht?
Ich habe bisher zwei EPs (TYNA 2015, damals noch mit alter Band und DYNAMIT 2019) veröffentlicht. Dazu kamen dann noch einige Singles, die alle dieses Jahr erschienen sind.

Die OMAS GEGEN RECHTS haben bei dir mitgemacht. Wie kam es dazu?
Die Bürgerinitiative OMAS GEGEN RECHTS kannte ich vorher nur vom Hörensagen. Im Sommer habe ich dann zufällig einen Podcast gehört, in dem die Omas aus Hamburg von ihrer Arbeit erzählt haben. Das hat mich so krass beeindruckt, dass ich direkt angefragt habe, ob sie in meiner Single „Schubladen“, die vom Schubladendenken handelt, mitwirken möchten. Und das Musikvideo hat schon richtig viele Klicks bekommen!

TYNA, was ist als nächstes geplant?
Am 19. November erscheint meine nächste Single „IMMER ALLES SELBER MACHEN“ und am 27. November spiele ich endlich wieder ein Konzert – im Hamburger Nachtclub headCRASH auf dem Kiez. Nach 1,5 Jahren ohne Bandkonzert kann TYNA das Konzert kaum abwarten.
 
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TYNA eckt an durch ihr Y, aber auch durch ihre ungeschminkten und politischen Songs: Direkt. Emotional. Rebellierend. Hier trifft Punkenergie auf Alternative Rock.

Euch erwarten an dem Abend auf der Reeperbahn die neuen TYNA Singles, alte TYNA Songs, aber auch neue Stücke, die bisher noch nie vor Publikum performt wurden.

Die Hamburger Musikerin freut sich sehr, die Fans dort zu sehen und nach dem Konzert vielleicht das ein oder andere Bierchen mit einigen von ihnen zu trinken. Eigentlich ist alles so wie früher, aber mit 2G-Regelung! Und wie der neue Titel „Immer alles selber machen“ schon sagt, organisiert TYNA das Konzert mit ganz viel Herzblut selbst.
 
EURE HEIDI VOM LANDE

 


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