
Michael Ehnert liest aus „Hamburg, Wache 16“ – ein Epos aus dem Rot- und Blaulichtmilieu.
Hallo liebe Leser,
die Wache 16 ist eine Polizeistation in Hamburg-St. Pauli. Im Gegensatz zur Davidwache liegt sie jedoch nicht im bunten Neonlicht der Reeperbahn, sondern in den dreckigeren und dunkleren Straßen des Viertels.
Michael Ehnerts Vater hat in den 70er und 80er Jahren in der Wache 16 gearbeitet. Als Jugendlicher hat Michael seinen Vater dort oft besucht, ihn bei Streifenfahrten begleitet oder im täglichen Wahnsinn des Polizeidienstes an der Wache erlebt. Mehr dazu hier …
Über den Autor Michael Ehnert.
Michael Ehnert ist möglicherweise einer der vielseitigsten Hamburger Künstler. Er ist Schauspieler, Kabarettist, Regisseur, Produzent und Drehbuchautor.
Er wurde mit dem Deutschen Kabarettpreis, dem Deutschen Kleinkunstpreis und dem Deutschen Comedy Preis ausgezeichnet, so dass es nicht verwundert, dass die düstere Geschichte der Wache 16 immer wieder auch mit überraschendem Humor erzählt wird.
Dem Publikum ist er bekannt aus seinen legendären Arbeiten mit dem Bader-Ehnert-Kommando, aus seinen preisgekrönten Solo-Performances, den Duo-Programmen mit seiner Frau Jennifer und nicht zuletzt durch seine Rolle als LKA-Mann Renner in der Hamburger Krimiserie Notruf Hafenkante.
Ehnert ist in Hamburg-Mümmelmannsberg aufgewachsen und hat viele Jahre im Schanzenviertel und auf St. Pauli gelebt.
Sein Debüt-Roman Hamburg, Wache 16 ist sein persönlichstes Projekt und seinem Vater, dem ehemaligen Polizisten Walter Ehnert, gewidmet.
„Hamburg, Wache 16“ ist im April 2026 erschienen.
Sein erster Roman „Hamburg, Wache 16“.
Die 16 ist eine Polizeiwache in Hamburg-St. Pauli. Im Gegensatz zur weltbekannten Davidwache liegt sie jedoch nicht im bunten Neonlicht der Reeperbahn, sondern in den dreckigeren und dunkleren Straßen des Viertels.
Michael Ehnerts Vater hat in den 70er und 80er Jahren an der 16 gearbeitet.
Als Jugendlicher habe Michael seinen Vater dort oft besucht, ihn bei Streifenfahrten begleitet oder im täglichen Wahnsinn des Polizeidienstes an der Wache erlebt.
Später sind sie sich oft im Viertel begegnet, Michael als Punk auf der Straße, der Vater als „Bulle“ im Streifenwagen.
Michael Ehnert: „Mein Vater ist jetzt seit mehr als zwanzig Jahren tot, aber die Erlebnisse aus seinen Einsätzen, von denen er mir erzählt hat und die ich zum Teil aus der Ferne selber miterlebt habe, verblassen nicht. Entweder weil sie aus heutiger Sicht so abwegig wirken, als würde man Geschichten aus einer lang untergegangenen Parallelwelt erfahren oder weil man erstaunt ist, welche Dinge sich seit 40 Jahren eben überhaupt nicht geändert haben.
In den letzten Jahren habe ich darum sehr intensiv die Geschichte der Wache 16 recherchiert. Ich habe stundenlange Gespräche mit den Kollegen meines Vaters geführt, mit Fotografen, Journalisten und Sex-Arbeiterinnen und dabei grandiose Stories erzählt bekommen. Manchmal skurrile kleine Anekdoten, manchmal hochdramatische Lebensgeschichten.
Viele der in „Hamburg, Wache 16“ erzählten Ereignisse sind also tatsächlich so passiert, viele Charaktere sind realen Personen nachempfunden, unter anderem meinem Vater, meiner Mutter und mir selbst.
Vor allem bleibt dies aber die Geschichte der 16er Polizisten, die sich nicht als Bullen verstanden haben, sondern als Schutzleute. Keine Helden im klassischen Sinne, sondern Männer, die versucht haben, das Richtige zu tun – und es nicht immer geschafft haben.“
Aus dem Roman „Hamburg, Wache 16“.
1976. Der 23-jährige Polle wird gegen seinen Willen an die härteste Polizeiwache des Landes versetzt: Die 16 in Hamburg St. Pauli.
Was Polle hier im Einsatz begegnet, geht oft weit über die Grenze des Erträglichen hinaus: Verwahrlosung, Gewaltverbrechen, Missbrauch, Menschenhandel.
Die in der Polizeischule erlernten Einsatzregeln erweisen sich auf dem Kiez als nahezu unbrauchbar, und die alteingesessenen 16er haben sich längst einen eigenen Moralkompass geschaffen.
Zum Mentor wird Polle der erfahrene Straßenbulle Werner, der wie ein alter Westernsheriff ausschließlich nach seinen eigenen Regeln entscheidet und Polle immer wieder in Gewissenskonflikte stürzt.
Mit der Wirtstochter Christa und der Prostituierten Melanie begegnen Polle dann nahezu zeitgleich zwei völlig unterschiedliche Frauen, die sein berufliches und privates Leben prägen werden.
Hamburg, Wache 16 ist nicht allein Polles Geschichte, sondern ein großes Ensemblestück, ein Epos aus dem Rot- und Blaulichtmilieu. Eine Mischung aus Game of Thrones und Die Buddenbrooks mit sehr viel ungeschütztem Geschlechtsverkehr.
Hamburg, Wache 16 ist ein Zeit- und Sittengemälde der 70er Jahre auf dem Hamburger Kiez, das in einem dramatischen Finale gipfelt, in dem Polle sich zwischen zwei Familien entscheiden muss: Der eigenen und der Bullen-Familie.
Michael Ehnert wird an dem Abend am 04.06.2026 im LOLA Kulturzentrum nur zum Teil literarische Kostproben aus dem Roman geben, zugleich wird er über Hamburg in den 70er und 80er Jahren sprechen, über Theater, Film, St. Pauli und über seine Familiengeschichte, der sein Roman zugrunde liegt. Eine Stand-Up-Lesung mit Q & A und Signierstunde.
Karten gibt es unter: lola-hh.de
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