Zigarettenstummel, Wegschnippen, Müll, Umweltbelastung, Kampagne, Bezirk Bergedorf, Hamburg

Die weggeschnippte Zigarette – oftmals eine gedankenlose Handlung mit großen Auswirkungen.

 
Hallo liebe Leser,
Zigarettenkippen sind das weltweit am häufigsten achtlos weggeworfene Abfallprodukt – und zugleich ein erheblich unterschätztes Umweltproblem.

Jährlich werden rund 4,5 Billionen! Zigarettenstummel unsachgemäß entsorgt. Auch im Bezirk Bergedorf ist Zigarettenmüll im öffentlichen Raum sichtbar präsent. Mehr hier …  

HEIDI VOM LANDE, Blog, Bloggerin, Hamburg

 

Zigarettenmüll gehört zu den giftigsten und am meisten unterschätzten Umweltproblem.

Was oft als Bagatelldelikt wahrgenommen wird, verursacht tatsächlich erhebliche ökologische Schäden und hohe Kosten für die Allgemeinheit.

Eine einzelner Zigarettenstummel enthält tausende Schadstoffe, darunter Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Chrom sowie giftige Substanzen wie Benzol und Nikotin.

Letzteres ist hoch wasserlöslich: 30 Minuten Regen genügen, um bereits die Hälfte des Nervengifts aus einem Zigarettenfilter auszuwaschen.

Schon nach kurzer Zeit gelangen folglich die Schadstoffe in Böden sowie Gewässer.

Studien zeigen, dass bereits eine einzige Kippe bis zu 1.000 Liter Wasser mit Nikotin kontaminieren kann.

Gleichzeitig bestehen Zigarettenfilter aus dem Kunststoff Celluloseacetat, der sich erst nach etwa 10 bis 15 Jahren zersetzt und dabei Mikroplastik freisetzt.

Bereits heute wurde dieses Material selbst in arktischem Meereis nachgewiesen.

Gelangen Zigarettenreste über Gullys in die Kanalisation, tragen sie zur Belastung von Gewässern bei.

Aktuelle Forschungsergebnisse belegen zudem bislang wenig beachtete ökologische Folgen: So können ausgewaschene Stoffe aus Zigarettenfiltern das Wachstum giftiger Blaualgen indirekt fördern, was ökologische Gleichgewichte stört und im Extremfall zu Gewässersperrungen führt, wie häufig im Bezirk Bergedorf.

(Quelle: Antrag der BAbg. Scherhaufer und Fraktion der GRÜNEN, Drucksache – 22-0826)
 

Zigarettenmüll: Teuer für alle.

Zigarettenmüll verursacht erhebliche Reinigungskosten für Kommunen. Die Beseitigung ist aufwendig, da es sich um kleine, schwer aufnehmbare Abfälle handelt.

Gleichzeitig können verstopfte Gullys das Risiko von Überschwemmungen bei Starkregen erhöhen.

Auch im Bezirk Bergedorf ist Zigarettenmüll im öffentlichen Raum sichtbar präsent – insbesondere auf Spielplätzen, in Grünanlagen und an stark frequentierten Orten wie beispielsweise der Mohnhof.

Trotz bestehender Maßnahmen, wie Öffentlichkeitskampagnen zur korrekten Entsorgung von Kaugummis und Zigarettenkippen der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) unter Beteiligung der Stadtreinigung Hamburg in 2024 und 2025, dem Einsatz von „Waste Watchern+“ sowie vorhandenen Aschenbechern an Mülleimern, bleibt das Problem bestehen.
 

GRÜNEN Fraktion fordert Maßnahmen im Bezirk.

Darum hatte die GRÜNEN Fraktion und die BAbg. Scherhaufer in ihrem Antrag an das Bezirksamt Bergedorf gefordert, zu prüfen, welche Maßnahmen im Bezirk ergriffen werden können, um das achtlose Wegwerfen von Zigarettenstummeln im öffentlichen Raum weiter zu minimieren.
 

SPD Fraktion fordert Maßnahmen auf höherer Ebene.

Die SPD-Fraktion Bergedorf und der BAbg. Momenzada teilen zwar die Zielsetzung der GRÜNEN Fraktion, doch die im Antrag vorgesehenen Maßnahmen wären überwiegend nur auf bezirklicher Ebene verortet und somit nicht nachhaltig.

Darüber hinaus wäre eine isolierte Bergedorfer Kampagne wenig effizient: Zigarettenmüll ist ein stadtweites Problem, das eine gesamtstädtische Antwort verlangt.

Die SPD findet die BUKEA als zuständige Fachbehörde besser geeignet, um eine koordinierte und ressourcenschonende Hamburger Gesamtstrategie zu entwickeln und dabei auch die Bedarfe der Bezirke zu berücksichtigen.
 

Letztendlich fordert die Bezirksversammlung die BUKEA zur Handlung auf.

Mit Beschluss vom 28. Mai 2026 fordert nun die Bezirksversammlung Bergedorf nach § 27 BezVG die BUKEA auf, eine gesamtstädtische Kampagne zur Aufklärung und Sensibilisierung der Hamburger Bevölkerung über die Umweltfolgen achtlos entsorgter Zigarettenstummel zu entwickeln und umzusetzen.

Die Kampagne soll auf den Erfahrungen erfolgreicher Kommunen und Landkreise (u. a. Landkreis Stade, Augsburg, Mölln) aufbauen, niedrigschwellige Maßnahmen wie kostenlose Taschenaschenbecher, Kippenboxen und kreative Gully-Markierungen einschließen, die Bezirke bei der Auswahl von Schwerpunktorten und der lokalen Umsetzung einbeziehen sowie Möglichkeiten zur Einbindung von Kunst und Kultur im öffentlichen Raum prüfen.

Auch soll sie prüfen, ob Informationsmaterialien (z. B. Plakate oder Videoclips) im Rahmen der Kampagne auch in Bussen und S-Bahnen des HVV eingesetzt werden können.
 
EURE HEIDI VOM LANDE
 


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Written by HEIDI VOM LANDE, Bloggerin